Stuttgarter Innovationstage

Innovationen aus der Welt des Software-defined Manufacturing. Freuen Sie sich auf die zweitägige Veranstaltung am 22. und 23. Februar 2022.

Willkommen in der Zukunft der Steuerungstechnik

Bereits zum fünften Mal organisiert das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) die Stuttgarter Innovationstage. Auf der zweitägigen Veranstaltung geben unsere Referierenden aus Industrie und Forschung spannende Einblicke in aktuelle Themen.
Wandlungsfähigkeit

Anpassung einer gesamten Produktion rein über Software. Das ist das Thema von SDM. Durch die Verheiratung standardisierter digitaler Zwillinge mit einer neuen SDM-fähigen Produktions-OT ergeben sich enorme Potenziale.

Technologie-Trends

Wohin entwickelt sich die Branche im Bereich SDM? An welchen Themen wird aktuell geforscht? Relevante Anwendungsbeispiele ergänzt durch aktuelle Berichte aus der Forschung.

Industrie-Experten

Tauschen Sie sich mit anderen Experten der Branche aus und erweitern Sie Ihr persönliches Netzwerk.

Programm

Schauen Sie sich das Programm der diesjährigen Veranstaltung an und lernen Sie unsere Referenten und Tech-Enthusiasten kennen.
Prof. Dr. Alexander Verl
Institutsleitung ISW

Alexander Verl war nach seinem ingenieurwissenschaftlichen Studium der Elektrotechnik an der Universität Erlangen-Nürnberg von 1986 bis 1991 als Entwicklungsingenieur bei der Siemens AG in Erlangen im Bereich Automatisierungstechnik tätig. 1994 wechselte er zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen und promovierte dort 1997 im Bereich Regelungstechnik am Institut für Robotik und Mechatronik. Ebenfalls 1997 gründete er die AMATEC Robotics GmbH. Er ist seit 2005 Direktor des Instituts für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) und ordentlicher Professor der Universität Stuttgart. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der Fakultät für Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik der Universität Stuttgart ist er Studiendekan des Studiengangs Mechatronik. In den Jahren 2006 bis 2014 war Alexander Verl im Nebenamt Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Von 2014 bis 2016 war er Vorstand für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle in der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft.

Prof. Dr. Alexander Verl
Institutsleitung ISW

Alexander Verl war nach seinem ingenieurwissenschaftlichen Studium der Elektrotechnik an der Universität Erlangen-Nürnberg von 1986 bis 1991 als Entwicklungsingenieur bei der Siemens AG in Erlangen im Bereich Automatisierungstechnik tätig. 1994 wechselte er zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen und promovierte dort 1997 im Bereich Regelungstechnik am Institut für Robotik und Mechatronik. Ebenfalls 1997 gründete er die AMATEC Robotics GmbH. Er ist seit 2005 Direktor des Instituts für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) und ordentlicher Professor der Universität Stuttgart. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der Fakultät für Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik der Universität Stuttgart ist er Studiendekan des Studiengangs Mechatronik. In den Jahren 2006 bis 2014 war Alexander Verl im Nebenamt Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Von 2014 bis 2016 war er Vorstand für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle in der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft.

Ernst Stöckl-Pukall
Leiter des Referates „Digitalisierung, Industrie 4.0“ BMWI

Ernst Stöckl-Pukall ist Leiter des Referates für „Digitalisierung und Industrie 4.0“ in der Industrieabteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).
Seine Arbeit konzentriert sich u. a. auf Themen wie die erfolgreiche Digitalisierung des der Industrie in Deutschland. In dieser Rolle ist er auch für die ``Plattform Industrie 4.0`` verantwortlich und betreut die verschiedenen bilateralen und multilateralen Kooperationsaktivitäten Deutschlands im Bereich der Industrie 4.0 z. B. mit China und Japan.
Die Plattform Industrie 4.0 wird von den Bundesministern für Wirtschaft und Energie sowie dem Bundesminister für Bildung und Forschung geleitet. Die Plattform ist ein zentraler Akteur in der digitalen Transformation des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland und umfasst alle relevanten Interessengruppen wie Industrie, Wissenschaft, Gewerkschaften und Politik.
Die Plattform beinhaltet auch das Projekt GAIA-X, das auf den Aufbau einer souveränen Dateninfrastruktur in Europa abzielt. Ernst Stöckl-Pukall ist außerdem für verschiedene Forschungs- und Förderprogramme, die sich insbesondere an den Automobilsektor und Themen wie autonomes Fahren und die digitale Transformation in der Branche richten.
Herr Stöckl-Pukall ist außerdem für das „Important Project of Common European Interest“ - IPCEI-CIS verantwortlich. Das Projekt dient dem Aufbau der nächsten Generation von Cloud-Infrastrukturen in Europa.
Vor seiner derzeitigen Position war Ernst Stöckl-Pukall im BMWi für den maritimen Sektor verantwortlich, sowie Wirtschafts- und Handelsberater an der Deutschen Botschaft in Neu-Delhi. Er hat seinen Abschluss als Diplom-Volkswirt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München gemacht.

Bartosz Mazurek
VP Industrial Solutions & Strategic Accounts, Bright Machines

Increasingly, we live in a world where software that drives hardware is defining our experience with products. Software-Defined Manufacturing defines a layer of software that runs and oversees all manufacturing processes – from building, to assembly, to testing and is a direct contrast to the status quo manufacturing has endured for the past 30 years: hardware-defined manufacturing. In his talk, Amar will prove that Software-Defined Manufacturing isn’t just another tech buzzword, but an important concept that represents a fundamental change in how the manufacturing industry views automation’s potential.

Bartosz is an experienced manufacturing leader with a record of transforming operations, including reducing costs, improving productivity, and being a change agent for company culture. Before Bright Machines, he held leadership roles at Flex, where he implemented Lean methodology, achieving operational indicators, increased employee engagement, and improved customer satisfaction. Before Flex, Bartosz was at GE, where he was a Manufacturing Productivity Leader. He has worked at local, regional, and international levels throughout his career, having responsibility for global initiatives. Bartosz holds a master’s degree in electronics and telecommunication from Wrocław University of Technology and has completed the general manager leadership program at the Sloan School of Management.

Wolfram Schäfer
Geschäftsführender Gesellschafter iT Engineering

Software Defined Manufacturing hat das Potential der industriellen Produktion zu einem Quantensprung hin zur intelligenten, flexiblen Fabrik zu verhelfen. Die erforderlichen Technologien sind inzwischen weitestgehend vorhanden. Architekturen und Schnittstellen können auf dieser Basis definiert werden. Die Bereitschaft der Anwender für innovative Ansätze wird sich mit dem Nutzen einstellen. Indes stellt dieser Wandel die Softwareentwicklung im Maschinenbau und der Automatisierungstechnik vor enorme Herausforderungen. Diese bieten aber auch Chancen, eingetretene Pfade zu verlassen und so eine höhere Entwicklungsgeschwindigkeit und Softwarequalität zu ermöglichen.

Wolfram Schäfer, Jahrgang 1965, ist als Maschinenbauingenieur und studierter Informatiker seit über 25 Jahren an der Schnittstelle zwischen Maschinenbau und Informatik tätig. Als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der iT Engineering Software Innovations GmbH – einem Dienstleistungsunternehmen für Softwareentwicklung im Maschinenbau und der Industrieautomation – verantwortet er seit 2000 die Umsetzung komplexer Softwarelösungen in diesem Umfeld. Darüber hinaus setzt er sich intensiv mit den Herausforderungen in der Softwareentwicklung durch die „digitale Transformation der Industrie“ und den dafür erforderlichen Software-Technologien auseinander. In diesem Zusammenhang engagiert er sich z. B. in der „Allianz Industrie 4.0“ sowie in weiteren regionalen Arbeitskreisen. Seit November 2016 ist er in den Vorstand des Fachverbandes „Software und Digitalisierung“ des VDMA gewählt. Um der wachsenden Bedeutung der Softwareentwicklung als Schlüsselkomponente für Industrie 4.0 gerecht zu werden, liegen ihm Themen wie Softwareengineering, Softwarequalitätssicherung, agile Softwareentwicklung, Künstliche Intelligenz / Machine Learning und Cloud Computing besonders am Herzen. In der Digitalisierung und Vernetzung sieht er für den Maschinenbau ein gewaltiges Potenzial an neuen Möglichkeiten. In diesem spannenden Umfeld wirkt er aktiv mit und bringt sein Fachwissen aus der Softwareentwicklung entsprechend ein.

Michael Neubauer | Matthias Meier
Chief Technology Officer ISW | Bosch

Volatile Märkte und turbulente Zeiten bedingen hochwandlungsfähige Produktionssysteme, um individuelle Produkte wirtschaftlich fertigen zu können. Dafür benötigt die Produktionstechnik von heute eine neue technologische Grundlage. Software-defined Manufacturing ermöglicht die flexible Planung, Steuerung und Änderung wandlungsfähiger Fabriken durch Software. Der Vortrag zeigt auf welche Schlüsseltechnologien dafür erforderlich sind. Es wird die Brücke geschlagen vom technologischen Status quo bis zur visionären, softwaredefinierten Fabrik der Zukunft.

Michael Neubauer, M.Sc. studierte Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Seit 2015 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW). Von 2018 bis 2021 leitete er die Gruppe: Antriebssysteme- und Antriebsregelung. Seit 2021 ist er als CTO für die Forschungskoordination am ISW zuständig. Außerdem ist er wissenschaftlicher Koordinator des Großprojekts: SDM4FZI.

Michael Hoffmeister
Executive Expert Digitization and Industrie 4.0 Festo

TBA

Carsten Ellwein
Gruppenleiter ISW

Aufgrund stetig sinkender Produktzyklen ist eine schnelle Anpassungsfähigkeit von Fertigungsanlagen Voraussetzung wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit. Das Paradigma des Software-defined Manufacturings (SDM) verfolgt dieses übergeordnete Ziel durch die Entkopplung der Softwarekomponenten von mechanischen wie elektrischen Komponenten. Software, Konfigurationen, Dokumentationen und Verwaltungsschalen können, basierend auf einem einheitlichen syntaktischen und semantischen Modell, automatisch generiert und an jeweilige Herstellerstandards adaptiert werden.
Im Vortrag wird das Konzept eines Referenzmodells zur Abbildung bestehender und zukünftiger Zuliefernetzwerke in der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie aufgezeigt. Durch die geeignete Komposition etablierter und Abstraktion konkurrierender, offener Datenmodelle sowie bestehender Standards wird eine konsistente Datennutzung über die gesamte Lieferkette hinweg ermöglicht.

Carsten Ellwein, M. Sc., geb. 1989, studierte Software Engineering and Management an der Hochschule Heilbronn. Seit 2016 arbeitet er am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) und leitet seit 2018 die Gruppe Software- und Engineeringmethoden. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Themen der verteilten Produktion, insbesondere auf dem Paradigma Cloud Manufacturing (CM). CM projiziert den Service-Gedanken des Cloud Comuputings auf das produzierende Gewerbe und strebt die ortsunabhängige Bereitstellung von Fertigungsressourcen oder -dienstleistungen an.

15:00 - 15:30

Florian Frick
Gruppenleiter ISW

Software-defined Manufacturing (SDM) ist ein Paradigmenwechsel in der Produktionstechnik. Die Umsetzung vom SDM erfordert eine Infrastruktur, welche den neuen Anforderungen hinsichtlich Plattformen und Konnektivität gerecht wird. Neben Software- und Hardwarelösungen muss auch die Kommunikationstechnik als integraler Bestandteil betrachtet werden. Als Grundlage hierfür stehen viele aktuelle Technologien wie Virtualisierung, Cloud-Mechanismen, TSN oder OPC UA bereit, müssen aber noch zu einem Ökosystem zusammengeführt werden.
Im Vortrag werden die Anforderungen von SDM an die Infrastruktur dargestellt, diese mit technologischen Lösungen abgeglichen, Lücken identifiziert und das technologische Ökosystem für SDM vorgestellt.

Florian Frick beendete 2013 sein Studium mit einem Doppelabschluss und Diplomen der Universität Stuttgart sowie TELECOM ParisTech. Anschließend begann er seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am ISW der Universität Stuttgart. Momentan leitet er die Gruppe „Echtzeitkommunikation und Steuerungshardware“ und verantwortet eine Vielzahl an Projekten im Kommunikations- und TSN-Umfeld. Er ist in verschiedenen Initiativen aktiv, unter anderem leitet er das TSN-Testbed am ISW und veröffentlicht eine monatlich erscheinende Serie zu diesem Thema. Im Rahmen des SDM4FZI Projekts leitet er projektweit das Arbeitspaket zur Schaffung der technologischen Infrastruktur.

Dr. Walter Frank
EMEA Lead Industrial Market Development Intel Germany

Viele Firmen haben eine ähnliche Vision von der Fabrik der Zukunft: sie wird autonom sein, sich selbst konfigurieren und sich automatisch auf geänderte Aufträge und Bedingungen anpassen. Wie kommen wir aber zu dieser autonomen Fabrik der Zukunft? Ein Zwischenschritt ist die SW-Definierte Automatisierung. Sie ist gekennzeichnet durch eine moderne mircoservices basierte SW Architektur, SW Virtualisierung, KI an der Edge und OT/IT Konversion, d.h. der Einzug von Technologien der Cloud in den Shop Floor. Dafür stellt Intel nicht nur die Rechen-HW, sondern auch Referenz-SW zur Verfügung. Zusammen mit Partnern aus dem gesamten industriellen Eco-System treibt Intel diese Revolution voran.

Nach der Promotion im Bereich nichtlinearer Signalverarbeitung arbeitete Dr. Walter Frank über 20 Jahre im Mobilfunk – zunächst bei Siemens in der Entwicklung der Endgeräte und später in der entsprechenden Chipentwicklung bei Infineon und Intel. Mit dieser Erfahrung in der Mobilfunk-Revolution wechselte er 2019 in die Industrial IoT Business Unit bei Intel und treibt fortan die industrielle Revolution voran. Hierbei arbeitet er mit Kunden und Partnern aus dem industriellen Eco-System und der industriellen Forschung zusammen, um die industrielle Transformation zu beschleunigen.

16:30 - 17:00

Prof. Dr. Oliver Riedel
Institutsleitung ISW

Oliver Riedel studierte Technische Kybernetik an der Universität Stuttgart und promovierte an der Fakultät für Konstruktions-, Produktions- und Fertigungstechnik zum Dr.-Ing. Seit über 20 Jahren beschäftigt sich Oliver Riedel mit den Grundlagen und der praktischen Anwendung von Methoden zur virtuellen Absicherung in der Produktentwicklung und der Produktion. Er leitete in dieser Zeit zahlreiche Projekte für internationale Großunternehmen der Automobilindustrie und Energiewirtschaft zur Einführung virtueller Methoden. Nach seiner Tätigkeit am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) war er bei der CENIT AG Systemhaus und der SiliconGraphics Inc. im Bereich Professional Services für das Themenfeld Virtuelle Produktentstehung in leitender Funktion tätig. Danach war Oliver Riedel bei der AUDI AG für die Prozessintegration und das Informations-Management im Produktprozess verantwortlich. 2010 wechselte er als Leiter Informationstechnologie und Prozessintegration Produktprozess in den VW Konzern. Ab März 2012 war er bei der AUDI AG weltweit verantwortlich für die Steuerung der Planungsprozesse und die Koordination produktionsrelevanter IT. Seit November 2016 ist er Professor an der Universität Stuttgart und neben Prof. Alexander Verl Institutsleiter am ISW. Oliver Riedel hat den Lehrstuhl „Produktionstechnische Informationstechnologien“ inne und ist seit Juni 2018 Institutsleiter des Fraunhofer IAO. Darüber hinaus ist er im Ehrenamt der Vorstandsvorsitzende des VDI-Landesverband Baden-Württemberg und in der nationalen Plattform Zukunft der Mobilität aktiv.

Marvin Carl May
Teamleiter Produktionssystemplanung wbk Institut für Produktionstechnik KIT

Software-defined Manufacturing stellt die Produktion vor einen Paradigmenwechsel, indem die Grenzen zwischen virtueller und realer Produktion, Produktbeschreibung und deren Interaktion verschwimmen. Gleichzeitig nehmen die externen Anforderungen an die Produktion durch zunehmende Individualisierung, schnellere Innovationszyklen sowie steigenden Qualitätsanforderungen zu. Um diese zu beherrschen, müssen Produktionssysteme beständig wandlungsfähiger werden und sowohl Wandlungsfähigkeit als auch Flexibilität in die Planung zukünftiger Systeme integriert werden. Zweifelsfrei bietet der Paradigmenwechsel zum Software-defined Manufacturing die Möglichkeit, die Wandlungsfähigkeit gezielt zu verbessern und strukturiert Lösungsräume für die Zukunft vorzudenken.

Marvin Carl May, M.Sc. ist Mitglied der erweiterten Institutsleitung des wbk Instituts für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Herr May leitet die Gruppe Produktionssystemplanung, die sich in Forschung und Praxis schwerpunktmäßig mit den Themen Planung und Steuerung von Produktionssystemen, Technologie- und Digitalisierungsplanung sowie Verfahren des maschinellen Lernens in Industrie 4.0 Anwendungsfällen befasst. Im Jahr 2019 schloss er sein Studium der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen mit Fokus auf angewandter Informatik, Operations Research und deren Einsatz in der Produktion ab. Die ganzheitliche Gestaltung und Bewertung von Produktionssystemen ist eine zentrale Forschungsfrage in zahlreichen von ihm mitgestalteten Forschungs- und Verbundprojekten. Das methodische Vorgehen umfasst den Einsatz quantitativer Methoden sowie die Entwicklung und Einführung innovativer Technologien in Produktionsabläufe. Ein besonderer Fokus gilt darüber hinaus der datengetriebenen Planung und Steuerung der Produktion.

Dr.-Ing. Urs Leberle
Projektleiter Bosch

Heute dauert es in der Automobilindustrie oft Monate, mitunter Jahre, bis die Fertigungskette für ein neues PKW-Modell aufgebaut ist. Hintergrund ist, dass viele Maschinen speziell entwickelt werden und Software meist starr an die Anlagen und Produkte gekoppelt ist. Wandlungsfähige Produktionssysteme könnten den Weg zu mehr Varianten und schnelleren Produktwechseln ebnen. Die Beherrschung solcher Systeme stellt jedoch eine große Herausforderung dar.
Ein wesentliches Ziel von Bosch im Projekt Software-Defined Manufacturing für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie (SDM4FZI) ist es, einzelne Maschinen bis hin zu ganzen Fabriken flexibel durch Software planen, steuern und anpassen zu können. Automatisierungstechnik soll durch Software individuell und anwendungsbezogen nutzbar gemacht werden, ohne dafür Hardware von Grund auf neu bauen zu müssen.
Im Rahmen des Vortrags wird ein Überblick über bisherige Forschungsarbeiten bei Bosch und ein Ausblick auf ein durch Software-Defined Manufacturing wandlungsfähig gestaltetes modulares Produktionssystem sowie dessen Erprobung in der ARENA2036 gegeben.

Lebenslauf Dr.-Ing. Urs Leberle
2003 – 2009 Studium Maschinenbau, Universität Karlsruhe (TH), Karlsruhe
2009 – 2015 Akademischer Mitarbeiter, wbk Institut für Produktionstechnik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe
2015 – 2019 Projektleiter im Sondermaschinenbau, Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH, Stuttgart-Feuerbach
2019 – heute Projektleiter im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung, Robert Bosch GmbH, Renningen

Daniel Trauth
Geschäftsführender Gesellschafter senseering

Die heutige Gesellschaft steht vor einem Wandel. Es werden Werte nachgefragt, die mit fair, nachhaltig und klimafreundlich nur eine kleine Teilmenge neuer Vorstellungen beschreiben. Diese Werterwartungen stellen aber industrielle Betriebe vor massive Herausforderungen, weil sie keine Daten über eine faire, nachhaltige oder klimafreundliche Produktion haben. Denn, seit Bestehen des produzierenden Gewerbes waren eigentlich immer die Werte schneller, besser, billiger gefragt. Genau diese Transformation für produzierende Betriebe will senseering lösen. Mit der Vision einer Machine Economy werden zukünftig Maschinen- und Gerätedaten weltweit simple, sicher und stabil vernetzt, es werden verschlüsselt Steuerungsdaten, Informationen und Wissen ausgetauscht, und mittels KI verwertet. KI als Sprache zwischen Menschen und Maschinen. Wie will Mensch auch sonst mit Maschinen reden?

Daniel Trauth ist IHK-zertifizierter Mechatroniker der anschließend sowohl Maschinenbau als auch Wirtschaftwissenschaften an der RWTH Aachen University studierte. Im Anschluss an sein Studium promovierte er am Werkzeugmaschinenlabor WZL und ist dort als Oberingenieur und Mitglied des Management Boards für die Digitalisierungsstrategie am Lehrstuhl für Technologie der Fertigungsverfahren verantwortlich. Außerdem hat Daniel Trauth ein Startup zur Monetarisierung und Verwertung von Maschinendaten gegründet, das mit dem RWTH-Spin-off-Award und dem #DWNRW-Startup-Of-The-Month-Award des Landes NRW ausgezeichnet wurde.

10:45 - 11:20

11:20 - 11:50

TBA
TBA

TBA

Andreas Weiss
Leiter Digitale Geschäftsmodelle eco e.V., Direktor EuroCloud Deutschland_eco e.V.

Wie lösen wir die Herausforderungen eine Datenökonomie mittels Datenverfügbarkeit und Datensouveränität unter Einhaltung der EU Datenschutz und Datensicherheitsanforderungen?
Mit GAIA-X entwickeln Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf europäischer Ebene einen Vorschlag zur Gestaltung der nächsten Generation einer europäischen Dateninfrastruktur. Ziel ist eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur, die den höchsten Ansprüchen an digitale Souveränität genügt und Innovationen fördert. In einem offenen und transparenten digitalen Ökosystem sollen Daten und Dienste verfügbar gemacht, zusammengeführt, vertrauensvoll geteilt und genutzt werden können.

Andreas Weiss verantwortet den Geschäftsbereich „Digitale Geschäftsmodelle“ beim eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Er ist seit 1998 für den Verband aktiv und leitete die Kompetenzgruppe E-Commerce und Logistik sowie später E-Business. Seit 2010 ist er als Direktor EuroCloud Deutschland_eco e.V. und seit 2019 als Vorstandmitglied Trusted Cloud für die Cloud Aktivitäten des Verbandes verantwortlich und engagiert sich darüber hinaus in weiteren Projekten zu den Themengebieten Künstliche Intelligenz, Datenschutz und DSGVO sowie Sicherheit und Compliance digitaler Services. Seit 2019 ist er an der Gestaltung von GAIA-X beteiligt und koordiniert die Entwicklung der GAIA-X Federation Services.

13:30 - 14:30

Dr. Peter Zahn
Leiter Entwicklung Steuerungstechnik NAGEL Maschinen- und Werkzeugfabrik GmbH

Einzelne Automatisierungskomponenten auf erwartbare Ausfallsmuster zu überwachen, das dürfen wir heute als Stand der Technik ansehen. Entsprechende Lösungen sind jedoch oft noch proprietär oder aufwändig in der Umsetzung. Gleichzeitig werden signifikante Datenquellen auf verschiedensten Ebenen bisher weder sinnvoll verknüpft noch gemeinsam analysiert, da einheitliche Schnittstellen und Verarbeitungskonzepte fehlen. Erst eine entsprechend erweiterte Perspektive aber ermöglicht das Monitoring von Maschine und Prozess über Anlagengrenzen hinweg, erlaubt neue (Prozess-) Regelkreise und macht aus aktuellen IT-Trends sinnvolle Dienstleistungsmodelle. Im Rahmen von des Verbundprojekt SDM4FZI beschäftigst sich eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit entsprechenden Datenbasierten Diensten und versucht anhand von exemplarischen Anwendungen darzustellen, wie die (bereichsübergreifende) Zusammenführung von Informationen zu realem Mehrwert führt.

Peter Zahn, Jahrgang 1985, war im Anschluss an sein Studium im Fach Automatisierungstechnik in der Produktion zwischen 2012 und 2018 am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) an der Universität Stuttgart als akademischer Mitarbeiter und Leiter der Forschungsgruppe Antrieb- und Regelungstechnik/Maschinentechnik tätig. In diesem Zeitraum arbeitete er auch im Rahmen seiner Promotion an einem neuartigen Antriebskonzept für Vorschubantriebe durch mechanischen Impulseintrag. Nach dem Wechsel zur NAGEL Maschinen- und Werkzeugfabrik GmbH beschäftigt er sich seit 2018 mit der Entwicklung neuer Technologien und verantwortet dort aktuell den Bereich „Entwicklung Steuerungstechnik“, welcher unter anderem die zentrale Technologiesteuerung für den Honprozess bereitstellt. Im Verbundprojekt SDM4FZI koordiniert er die Aktivitäten im Bereich der Datenbasierten Dienste.

Ernst Esslinger
Director Systems Project Execution HOMAG GmbH

Über den Digitalen Zwilling wird zwar viel gesprochen, aber sein Einsatz in der industriellen Produktion wirft für die meisten Maschinenbauer noch sehr viele Fragen auf. Nur wenige Firmen haben sich bisher intensiv damit befasst, wie der Digitale Zwilling für ihre jeweiligen Produkte aufgebaut werden muss und wie er sinnvollerweise in die Abläufe in der Produktion integriert wird. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie die Use Cases für eine Maschinenproduktion aussehen und welche Potentiale damit gehoben werden können. Die „Verwaltungsschale“ und die diesbezüglichen Standardisierungsaktivitäten bilden dabei ein zentrales Element für die Umsetzung im Maschinenbau.

Ernst Esslinger studierte Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Seit 1985 arbeitet er in der HOMAG Gruppe, zunächst in verschiedenen verantwortlichen Positionen im Forschungs- und Entwicklungsbereich und anschließend verantwortete er die steuerungstechnische Ab-wicklung von Anlagenprojekten. Derzeit ist er als Director des Center of Excellence für die Gestaltung der Prozesse zur Abwicklung von weltweiten Anlagenprojekten zuständig. Als Chaimann leitet er die OPC UA Arbeitsgruppe für Woodworking Machinery und in der IDTA (Industrial Digital Twin Association) ist er im Vorstand tätig.

15:30 - 16:00

Denis Pfeifer
Projektleiter Forschung und Vorentwicklung Simulationstechnik ISG

Software-defined Manufacturing erlaubt die Virtualisierung der Automatisierungstechnik durch die Kombination von Industrie 4.0 Technologien mit effizienten, agilen Softwareentwicklungsmethoden aus der IT. Dies ermöglicht, qualitativ hochwertige Steuerungsprogramme in der virtuellen Welt zu entwickeln, zu optimieren, zu testen und von dort direkt auf die realen Produktionssysteme zu deployen.
Im Vortrag erfahren Sie, wie in SDM4FZI diese Vision erreicht werden soll durch Simulation von Digitalen Zwillingen der realen Produktionsanlagen basierend auf validierten, modularen Komponentenmodellen in Kombination mit virtualisierten Steuerungssystemen und durch die Verschmelzung von Produktions-OT mit IT.

Denis Pfeifer, M.Sc. schloss ein Masterstudium in Maschinenbau an der Universität Stuttgart und in Engineering Mechanics and Sciences am Georgia Institute of Technology in Atlanta ab. Er spezialisierte sich in den Fachbereichen der technischen Dynamik und Mechatronik. Seit 2021 ist er bei der Industriellen Steuerungstechnik GmbH Projektleiter in der Vorentwicklung Simulationstechnik, u.a. für SDM4FZI.

Geschäftsführender Gesellschafter Linutronix
Heinz Egger

Software-defined radio, software-defined network, software-defined manufacturing, Open Process Automation – Standard – alle diese Schlagwörter haben eines gemeinsam: Die Öffnung bestehender, proprietärer Systeme durch offene Schnittstellen, offene Standards.
Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass diese Ansätze (fast) immer darauf basieren, dass auf einer Hardware eine Virtualisierungsschicht, der Hypervisor, läuft. Die Funktionalitäten werden in Software abgebildet und laufen dann in einem virtuellem System.
Oftmals werden heute zusätzlich noch Container genutzt, um Software nur einmal entwickeln zu müssen, aber auf vielen Geräten nutzen zu können.
Mit dem Einzug von neuen Technologien wie TSN (Time Sensitive Network) in die Automatisierung werden auch proprietäre Lösungen in der Vernetzung der Anlagen bis hinunter zu den Sensoren/Aktuatoren ablösbar. Schritte, die notwendig sind um software-defined manufacturing sowie Open Automation zu ermöglichen.
Aber wie steht es mit der Echtzeitfähigkeit, dem Determinismus, in solchen Systemen? Im Container? Und was hat es mit der Multi Core Technologie auf sich? Kann das auch mit einer grafischen Ausgabe auf einem solchen System funktionieren?
Auf diese Fragen gibt der Vortrag erste Antworten, die auf der Evaluierung von unterschiedlichen Systemen mit Open Source Software wie Linux, jailhouse, ACRN, Kubernetes usw. beruhen.

Geschäftsführender Gesellschafter der Linutronix GmbH seit 2006, dem führenden Anbieter von Linux für die Industrie. Davor jahrzehntelang in unterschiedlichen Positionen der Embedded Industrie in der Entwicklung, Marketing und als BU Leiter. Seit mehr als 20 Jahren überzeugt von dem Potential von Open Source Software.

Organisation & Veranstalter

Medienpartner

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Zwei Tage Frühbucher (Bis 15.01.2022)
Zwei Tage

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Veranstaltungsort

Maritim Hotel Stuttgart –
Alte Reithalle

 

Seidenstr. 34
70174 Stuttgart

 

T: +49  711 942 – 1210
E: info.stu@maritim.de
W: maritim.de

 

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Veranstalter

Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW)

Seidenstr. 36
D-70174 Stuttgart

Organisation

Auskunft und Anmeldung

Marc Fischer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Steuerungstechnik (ISW)
Seidenstr. 36
70174 Stuttgart
Germany

Erik-Felix Tinsel

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Steuerungstechnik (ISW)
Seidenstr. 36
70174 Stuttgart
Germany

Xenia Günther

Organisation

Institut für Steuerungstechnik (ISW)
Seidenstr. 36
70174 Stuttgart
Germany